Die Kurden sind die Verbündeten aller Demokraten im Kampf gegen den IS

Manche Kritiker des politischen Islam sehen ein Bündnis mit den Kurden im Kampf gegen den IS kritisch. Dabei wird oftmals angeführt, dass auch die Kurden dem Islam anhängen würden und sie deshalb Tendenzen für radikalen Islamismus hätten. Diese Sicht ist gefährlich und falsch, weil sie ein notwendiges Bündnis im Kampf gegen die IS-Terroristen sabotiert.

 

Jeder sollte langsam verstanden haben, dass die kurdische Nationalbewegung von Peshmerga, über YPG bis PKK, säkular ist. Die laizistischen Kurden haben soviel mit dem Islam am Hut, wie ein 20jähriger, der mit zwei Jahren getauft wurde und einmal im Jahr zu Weihnachten in die Kirche geht, mit dem Christentum zu tun hat.


Die radikal-sunnitischen Islamisten vom IS haben einen globalen Herrschaftsanspruch, sie kennen keine Grenzen, keine Völker und keine Nationen. Ihr Ziel ist ein islamistischer Weltstaat. Die Kurden hingegen sind säkular, demokratisch und nationalstaatlich orientiert. Ihr Hauptziel ist ein laizistischer und demokratischer kurdischer Nationalstaat. Damit sind sie nicht nur ideologische Todfeinde des IS, sondern natürliche Verbündete eines jeden Demokraten, Liberalen, Konservativen und Patrioten, der für Werte wie Demokratie, Trennung von Staat und Religion, bürgerliche Freiheiten und Nationalstaatlichkeit eintritt.

 

Zudem ist die militärische Bedeutung der kurdischen Kämpfer sehr groß. Sie sind im Norden von Syrien und dem Irak die einzigen, die dem IS heldenhaften Widerstand entgegensetzen, während die irakische Armee oftmals schon bei geringer Gegenwehr flieht. In Syrien ist die mit der PKK verbündete YPG Hauptkraft des Kampfes gegen den IS, während im Irak die Bodentruppen der kurdischen Peshmerga, die Hauptlast des Krieges gegen die Terroristen tragen. Sie haben die nötige Kampferfahrung, den nötigen Mut und die nötige Feuerkraft, um den IS zurückzudrängen.

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Zumindest werden die irakischen Kurden mit deutschen und britischen Waffen beliefert und sie werden von Ausbildern aus dem Westen unterstützt, den Kurden in Syrien jedoch, fehlt diese Unterstützung vollkommen. Es ist daher nötig, dass die Länder der Anti-IS-Koalition auch den kurdischen YPG-Kämpfern in Syrien, durch die Lieferung moderner Waffen unter die Arme greifen. Die Tatsache, dass heute Peshmerga aus dem Irak in Kobane eintreffen zeigt, dass es den syrischen Kurden im Gegensatz zu ihren irakischen Brüdern an Waffen und Munition mangelt.

 

Die kürzlichen Waffenabwürfe der USA über Kobane waren ein Anfang, aber sie sind nicht genug. Es muss gezielte Waffenlieferungen auf dem Landweg über den NATO-Bündnispartner Türkei geben und dazu muss die türkische Regierung unter Druck gesetzt werden. Verstärkte Waffenlieferungen an die syrischen Kurden, fortgesetzte Luftangriffe auf IS-Stellungen und Unterstützung durch irakische Peshmerga, all das kann dazu beitragen, die IS-Terroristen nicht nur in Kobane, sondern im gesamten Norden Syriens zu besiegen.

 

Dazu muss aber auch bei vielen Deutschen ein Sinneswandel stattfinden und die Kriminalisierung der PKK und der YPG muss aufhören. Diese Organisationen haben viele Fehler und sind kritikwürdig, aber sie sind die einzigen, die den IS heldenhaft bekämpfen und in ihren Gebieten religiöse Toleranz walten lassen. Kurdische Peshmarga und PKK-Kämpfer haben im Sommer viele Jesiden und Christen im Sindschar-Gebirge vor den IS-Verbrechern geschützt. Daher ist es Zeit, sektiererische Vorbehalte gegen die Kurden abzulegen.

 

 

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