Bandion-Ortner wird Vizechefin des Saudi-Zentrums

15. Mai 2012 Die ehemalige Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) wird eine interimistische Führungsposition im "Internationalen Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog" am Wiener Schottenring einnehmen. Wie das vom saudi-arabischen Königreich finanzierte Dialogzentrum in einer Aussendung bekanntgab, soll Bandion-Ortner als stellvertretende Generalsekretärin fungieren. Zum Generalsekretär bestimmte die Aufbaukommission den saudischen Vize-Bildungsminister und engen Vertrauten von König Abdullah, Faisal bin Abdulrahman bin Muammar.

 

Derzeit arbeitet die ehemalige Ministerin am Aufbau der Internationalen Antikorruptionsakademie (IACA) in Laxenburg bei Wien mit. Diese Tätigkeit soll "langsam auslaufen", meinte sie gegenüber der Tageszeitung Die Presse. Probleme mit der Menschenrechtssituation in Saudi Arabien hat Bandion-Ortner (45) nicht: "Das ist ein Dialogzentrum, das hat mit Politik nichts zu tun." Faisal ist laut einem Bericht der Austria Presse Agentur in seinem Land für den gesellschaftlichen Dialog zuständig. Beide wurden bei einem Treffen von Vertretern der Außenministerien Spaniens, Österreichs und Saudi-Arabiens in Madrid mit der interimistischen Leitungsfunktion betraut. Nun sollen sie in den kommenden Wochen die Koordinierungsfunktionen von den Außenministerien übernehmen und die Strategie und das Arbeitsprogramm des Zentrums entwerfen.

 

Im Juni ist dann ein Treffen des Vorstandes, der aus Vertretern von Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus bestehen soll, in Wien geplant. Dieser sei beinahe komplett, erklärte Michael Goldinger der Presse, lediglich ein Vertreter des schiitischen Islams fehle noch. Die Mitglieder des ebenfalls geplanten "Advisory Board", eines gut 100-köpfigen Beratungsgremiums, stünden noch nicht fest. Die offizielle Eröffnung des Zentrums soll am 26. November dieses Jahres stattfinden.

 

Vatikan hat um Beobachterstatus angesucht

 

Zur Vertragsunterzeichnung im Vorjahr war auch der vatikanische Kurienkardinal Jean-Louis Tauran nach Wien gereist. Er hatte damals seine Hoffnung erklärt, dass sich das neue Zentrum zu einer Gesprächsplattform entwickelt, auf der Probleme von Religionsgemeinschaften in aller Welt auf einem zivilisierten Weg gelöst werden können. Der Präsident des päpstlichen Rats für den interreligiösen Dialog hatte bestätigt, dass der Heilige Stuhl um einen Beobachterstatus in der Einrichtung ansuchen und die Entwicklung des Zentrums genau verfolgen werde, schreibt die Erzdiözese Wien in einer Aussendung.

 

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