Angehörige der Opfer von Berlin erheben schwere Vorwürfe

08.01.2017 Die Wunde sitzt tief. Nach dem Terroranschlag am Breitscheidplatz in Berlin im Dezember ist von Normalität wenig zu spüren. In fast jeder politischen Diskussion, jedem Blick auf das abgelaufene Jahr, schwingt er mit: der Fall Amri.

 

Dabei bemühen sich Politiker aus Bund und Ländern sehr bestimmt, Normalität einkehren zu lassen, zum Tagesgeschäft überzugehen. Vielleicht zu bestimmt.

 

Angehörige beklagen unlängst eine "mangelnde Trauerkultur“ durch den Bund und das Land Berlin. Der "Tagesspiegel“ zitiert die Frau eines Schwerverletzten. Sie fände es "beschämend", dass der Bundestag nicht einmal zu einer Trauerminute zusammengekommen sei. 

Auch ein offizielles Gedenken sei nicht geplant, klagt die Angehörige

 

Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge sprach sich derweil für einen Ort zum Gedenken an die Opfer des Terroranschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche ausgesprochen. "Wenn die Blumen verwelkt und die Kerzen abgebrannt sind, muss es einen würdevollen Ort geben, um in unmittelbarer Nähe des Anschlagortes der Opfer zu gedenken“, sagte Dröge am Samstag auf Anfrage der dpa.

 

Von konkreten Pläne in dieser Richtung liest man jedoch wenig. Der Berliner Notfallseelsorge Justus Münster spricht gar von einer "mangelnden politischen Gedenkkultur“.

 

Die haben auch die Rechten erkannt. AfD-Vize Beatrix von Storch schrieb auf Twitter gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Merkel will der Toten nicht gedenken. Natürlich nicht. Das ist so kalt und hart und unmenschlich, wie.. sie eben ist. Schaut auf die Polen!"

Ursprünglich erschienen auf: huffingtonpost.de

 

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