Finsbury Park war eine Brutstätte des Terrors

19.06.2017 Die Finsbury Park Moschee galt lange Zeit als Treffpunkt für Islamisten. Jetzt wurde sie zum Schauplatz eines möglichen Anschlags.

 

Ein Van fährt in eine Gruppe von Moslems im Norden von London, ein Mensch stirbt. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des Britischen Rats der Muslime vor einem muslimischen Gemeinschaftshaus in der Nähe der North London Central Moschee. Aus seiner Sicht könnte es sich um einen gezielt gegen Muslime gerichteten Anschlag gehandelt haben. «Von den Augenzeugenberichten her scheint es, als ob der Täter von Islamhass motiviert gewesen wäre», schrieb der Rat am frühen Montagmorgen auf Twitter.

 

Die Moschee, die bis zum Jahr 2005 als Finsbury Park Moschee bekannt war, wurde mehrere Jahre lang mit extremistischer Ideologie und Beziehungen zur Terrororganisation Al-Qaida in Verbindung gebracht.

 

Als sie 1988 mit einem der grössten Gebetsräume des Landes eröffnet wurde, sahen viele Muslime darin einen wichtigen Meilenstein. Rund zehn Jahre später galt das Gotteshaus gemäss der BBC jedoch als Synonym für die «grössten Ängste um islamistischen Extremismus Grossbritanniens».

Der einäugige Hassprediger

 

Verantwortlich dafür war unter anderem der 1996 eingesetzte Imam Abu Hamza al-Masri. Der aus Ägypten stammende Imam der Moschee hielt in dem Gotteshaus radikalislamische und antiamerikanische Brandreden und wurde im Februar 2006 wegen Aufrufs zu Rassenhass und Mordanschlägen zu sieben Jahren Haft verurteilt.

 

Der einäugige Imam, bei dem ein Haken die rechte Hand ersetzt, soll ausserdem Gläubige mit seinem radikalen Gedankengut inspiriert haben. Darunter ist der als «Schuhbomber» bekannt gewordene Richard Reid und Zacarias Moussaoui, einer der Verantwortlichen für 9/11 – beides Mitglieder der Al-Qaida. Ausserdem Mohammed Sidique Kha, einer der vier Selbstmordattentäter, die sich am 7. Juli 2005 im öffentlichen Verkehr in London in die Luft sprengten.

Mit einem Grossaufgebot stürmte die Polizei 2003 das Gotteshaus, das daraufhin geschlossen wurde. Nach der Wiedereröffnung der Moschee 2005 versucht der Vorstand das Vertrauen der Bevölkerung wieder zurückzuerlangen.

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