Niederlande: Genozid an Armeniern wird als Völkermord eingestuft

23.02.2018 Der Völkermord an den Armeniern durch das Osmanische Reich 1915/1916 mit rund 1,5 Millionen Opfern beschäftigt aktuell die Niederlande. Die konservative Christliche Union (CU), Koalitionspartner in einer Regierung mit Liberalen, Linksliberalen und Christdemokraten, möchte die Massaker der Türken während des 1. Weltkriegs gegen die Armenier politisch und rechtlich als Völkermord einstufen. Diese Einstufung ist der Inhalt der ersten CU-Initiative, ein weiterer Antrag der Konservativen soll festlegen, dass die niederländische Regierung ab sofort einen Vertreter zu den Gedenkfeiern für die Opfer des Völkermordes nach Eriwan, der Hauptstadt Armeniens, entsendet.

Erdogans Türkei lehnt Völkermord-Definition kategorisch ab

 

Mit dieser Initiative, über die abgestimmt werden soll, könnte Den Haag mit Erdogans Türkei eine neue diplomatische Krise entfachen. Die aktuelle Türkei lehnt die Qualifikation der grausamen Vorgänge 1915/1916 als Völkermord nämlich dezidiert ab und pflegt hier ein ganz anderes Geschichtsbild, das die Osmanen von jeglicher Schuld freispricht. Eine ähnliche Initiative im Deutschen Bundestag 2016 hatte damals zu einem großen Konflikt zwischen Ankara und Berlin geführt.

Im Jahr 2015, in dem sich der Beginn der Greueltaten zum hundertsten Male jährte, ließ Erdogan sogar ein Gedenkmonument für den Völkermord an den Armeniern durch die Behörden in der Türkei abreißen, um die Spuren der Erinnerung zu vernichten.

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