Vizekanzler Strache erwägt Ausgangssperre für Asylsuchende

07.01.2018 Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat sich dafür ausgesprochen, Asylsuchende künftig in Kasernen unterzubringen. „Es wird zu überlegen sein: In welchen Kasernen gibt es eine optimierte Nutzung und welche Kasernen sind heute nicht ausgelastet“, sagte er am Donnerstag abend in der ORF-Sendung „Wien Heute“.

 

Der FPÖ-Chef erwägt dabei auch eine Ausgangssperre für Flüchtlinge. „Es ist ja bereits in der Vergangenheit darüber diskutiert worden, ob es nicht so sein soll, daß ab einer gewissen Abendzeit alle wieder in der Kaserne zu sein haben. Es braucht Ordnung, solange es ein offenes Asylverfahren gibt“, forderte Strache in dem Interview.

 

Kritik an den Plänen Straches kam vom Wiener Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ). „Es ist ein unglaubliches politisches Armutszeugnis, wenn man gar nicht erst versucht, Menschen, die zu uns kommen, ein eigenständiges Leben zu ermöglichen, sondern sie einfach nur wegsperren möchte“, teilte er mit.

Kickl will „Asylandrang“ eindämmen

 

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hatte zuvor im Ö1-„Mittagsjournal“ vorgeschlagen, „Rescue Center“ oder Grundversorgungszentren für Asylbewerber einzurichten. Ziel sei es, den „Asylandrang“ nach Österreich einzudämmen und Verfahren möglichst rasch abzuwickeln. Um dies zu ermöglichen, sollten Flüchtlinge vor Ort „zentriert“ werden.

Den Begriff „Massenunterkunft“ lehne Kickl jedoch ab, viel mehr ähnele die Unterbringung dem Präsenzdienst beim Bundesheer. Wenn es jungen Männern zuzumuten sei, sechs Monate in einer Kaserne zu verbringen, könne dies auch von Asylsuchenden erwartet werden.

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